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Die stetige Informationsflut macht es nicht leicht, konzentriert an einer Sache zu bleiben und den Fokus zu wahren. Ein paar Tipps und Tricks, wie das Fokussieren besser gelingt – und wir damit nicht nur unserer eigenen Motivation und unserem Gehirn etwas Gutes tun, sondern auch maßgeblich unsere Aussicht auf Erfolg steigern, liefert der folgende Artikel.

„Wer zwei Hasen gleichzeitig jagt, wird keinen davon fangen.“ Das wusste schon der chinesische Philosoph Konfuzius.

Doch im Alltag ist es häufig gar nicht so leicht, diesen Anspruch umzusetzen: Unzählige Dinge wollen gleichzeitig erledigt werden, von allen Seiten werden Erwartungen an uns gestellt. Und jeden Tag werden es mehr.

Die Informationsflut, die sich täglich über uns ergießt, ist vergleichbar mit einer großen Ozean-Welle.

Sie kommt jeden Tag, sie kommt stetig. Ändern können wir lediglich unsere Haltung gegenüber diesen Informationswellen.

Fokus auf die Aufgabe

Wichtiges „Learning“: Du „musst“ nicht auf alles reagieren. Tatsächlich „musst“ Du nämlich gar nichts. Du kannst selbst entscheiden, was in diesem Moment wirklich wichtig ist.

Stell dir einen Tag vor, an dem du mit deinem Team ausnahmslos auf ein Ziel fokussiert bist. Mit welchem Gefühl werdet ihr wohl abends nach Hause gehen, wenn ihr gemeinsam genau dieses Ziel erreicht habt?

Deshalb sollten wir uns zuerst fragen: Was sollte wirklich gerade in diesem Moment getan werden, um dieses Ziel oder zumindest ein Etappenziel zu erreichen? Auf dieser Aufgabe ist der Fokus zu legen – der Rest kann warten.

Der Fokus auf große, lohnende Ziele und sinnvolle Unterziele oder Milestones ist schon anspruchsvoll genug. Da gilt es immer wieder zu priorisieren und nicht zu viel auf einmal zu wollen. Fokussieren bedeutet: das Wichtige und Richtige zu tun. Was ist nun allerdings mit Dingen, die uns dabei ablenken?

Kurze Unterbrechungen sind schädlich

Eine Studie der Michigan State University (MSU) hat gezeigt: Schon Unterbrechungen von unter drei Sekunden führen dazu, dass sich die Fehlerquote bei der Erledigung von verschiedenen Aufgaben verdoppelt. So haben die 300 Probanden des Experiments beispielsweise Briefe nach dem ersten oder letzten Buchstaben des Alphabets sortiert. Wurden die Teilnehmer unerwartet unterbrochen, erhöhte sich die Fehlerquote deutlich gegenüber einem ungestörten Arbeiten.

Die Ablenkung von einer Aufgabe verringert die Leistungsfähigkeit des Gehirns um bis zu 40 Prozent. Das kann Folgen haben: Während ein Fehler bei Büroarbeitern „nur“ Geld kostet, kann er bei Notärzten im Einsatz sogar zu Todesfällen führen. Kurze Unterbrechungen im Arbeitsalltag gibt es allerdings ständig.

Es sind häufig die Themen auf der Mikroebene, die um unsere Aufmerksamkeit buhlen: das Smartphone, die E-Mailadresse, der Assistent mit einer super dringenden Terminanfrage, die Mitarbeiterin an deiner Tür mit ihrer Frage, die Betriebsrätin mit dem Vorschlag, gemeinsam in der Kantine essen zu gehen. Experten fordern längst, eine störungsfreie Arbeitszone zu schaffen. Denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass wir nach jeder Störung mindestens sieben Minuten brauchen, um wieder so konzentriert zu sein wie zuvor.

Strategien für den Fokus

Was können wir also gegen die Aufmerksamkeits-Buhler tun? Zunächst einmal legen wir unsere Gedanken und unsere Ziele fest. Dann priorisieren und verteidigen wir.

Statt morgens erst einmal alle Mails zu bearbeiten – der größte Produktivitätskiller überhaupt –, sollten wir uns überlegen: Was will ich heute leisten, um meinem großen Ziel näher zu kommen?

Badges und Notifications auf dem Smartphone bitte währenddessen abschalten. Wenn wir an Konzepten oder Texten arbeiten, bitte Word in den Vollbildmodus schalten. Am Rechner sollte nichts automatisch eingeblendet werden, das nichts mit der Arbeit zu tun hat. Im Kalender sollten wir für uns selbst „Focus-Sessions“ blocken und auch mal nicht erreichbar sein.

Ich sitze mittlerweile in einem Cube bei meinen Mitarbeitern, wo mich alle Mitarbeiter ständig sehen und ansprechen können. Wenn allerdings eine rote Lampe leuchtet und ich meine Noise-Cancelling-Kopfhörer aufhabe, dann wissen alle: Nicht ansprechen!

Motivation steigt bei besserer Fokussierung

Je besser es uns gelingt, Ablenkungen abzuschalten, desto besser können wir uns fokussieren. Erfolg beginnt schließlich im Kopf. Dabei kann es helfen, eine To-Do-Liste von eins bis zehn anzulegen.

Gleiche Prioritäten gibt es nicht, deshalb sollte genau ein Ziel definiert werden – das sogenannte One Goal. Ab Priorität vier wird alles gestrichen. Es ist ohnehin nicht realistisch, das mit voller Konzentration zu erledigen.

Es kann helfen, sich jeden Morgen 30 Minuten Zeit zu nehmen für die Planung des Tages. Immer mit dem Blick darauf, was heute dabei hilft, dem einen großen Ziel näher zu kommen.

Wenn wir einmal angefangen haben, konsequent auszusortieren und uns besser zu fokussieren, wird deutlich werden, wie effektiv die Arbeit sein kann. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Fokus auf klare Ziele und ein priorisiertes Arbeiten auch die Motivation um bis zu 35 Prozent steigern kann.

Unser Gehirn braucht Pausen

Fokus, Konzentration und die Motivation sind entscheidende Faktoren für gutes Arbeiten. Was dabei nicht vergessen werden darf, sind Pausen. In jeder Sekunde wird unser Gehirn mit rund 400.000 Sinnesreizen bombardiert – zulasten der Konzentrationsfähigkeit. Deshalb ist es wichtig unserem Gehirn immer wieder Pausen zu gönnen.

Schon vor über 60 Jahren hat der US-Forscher Nathaniel Kleitmann herausgefunden, dass kurze Ruhepausen nach 90 Minuten ideal sind. Er gilt als Begründer der Schlafforschung und baut auf diesen Erkenntnissen seine Theorie auf: Die menschlichen Schlafzyklen sind in der Regel jeweils anderthalb Stunden lang. In jedem Zyklus wechseln sich Leicht- und Tiefschlafphasen ab. Darin werden die Eindrücke des Tages verarbeitet, der Körper erholt sich.

Vor diesem Hintergrund entwickelte er gemeinsam mit dem amerikanischen Schlafforscher Eugene Aserinsky das sogenannte BRAC-Prinzip (Basic Rest – Activity Cycle). Demnach durchläuft das menschliche Gehirn sowohl im Schlaf- als auch im Wachzustand unterschiedliche Leistungs- und Konzentrations-Phasen. Das dürfte weitestgehend bekannt sein. Die Besonderheit: Die beiden Forscher übertrugen das Prinzip der sich wiederholenden Zyklen auch auf den Rhythmus des Tages.

Arbeiten in 90-Minuten-Zyklen

Konkret bedeutet das: Innerhalb der 90 Minuten können wir uns mal gut, mal weniger gut konzentrieren. Die Signale des Körpers – etwa Müdigkeit oder schlechtere Konzentration – übergehen wir meist mit Koffein oder Zucker, um ständig leistungsfähig zu bleiben. Doch besser wäre es, wenn wir alle anderthalb Stunden eine Pause machen. Einen Spaziergang machen, frische Luft tanken – das Gehirn entspannen.

Ein Forscher-Team der Florida State University hat untersucht, inwieweit das Arbeiten in 90-Minuten-Zyklen wirklich produktiver macht. Dabei wurden sogenannte „Elite Performers“ wie Musiker, Athleten, Schauspieler und Schachspieler beobachtet. Das Ergebnis: Die besten unter ihnen arbeiten tatsächlich in 90-Minuten-Zyklen und selten mehr als 4,5 Stunden am Tag.

Doch nicht nur das Gehirn braucht Ruhe, auch den anderen Organen sollten Aktivitätspausen gegönnt werden. Denn wenn Menschen müde sind, machen sie mehr Fehler, die Produktivität leidet. Und das können wir uns nicht wünschen.

Nur durch regelmäßige Ruhepausen können wir unsere Ressourcen wieder aufladen und uns vom anstrengenden Alltag erholen.

Wer auch immer dir erzählt, er beherrsche Multitasking perfekt, bei dem kannst du davon ausgehen, dass er schon lange keinen Hasen mehr gefangen hat…

 

 

Über das Buch

„DO EPIC STUFF! – Führung nach dem Ende des Change-Management“,  erschienen beim Campus Verlag. Fokussierungsexperte René Esteban erklärt zusammen mit Top-Gestaltern der heutigen Unternehmenswelt, wie man gemeinsam große Ziele erreicht. Mehr über das Buch erfahren und direkt bestellen.

Über den Autor

René Esteban ist Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens FocusFirst GmbH. Mit seinem Team unterstützt er Führungskräfte im globalen Konzernumfeld, ihre herausforderndsten Ziele zu erreichen – und gleichzeitig die Unternehmenskultur hin zu mehr Empathie und Menschlichkeit zu entwickeln.

 

Verantwortlich für den inhalt dieser Seite

FocusFirst GmbH
René Esteban
Founder, CEO

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