Read the article in English

Mit der richtigen Zielsetzung lässt sich (fast) alles erreichen. Denn Erfolg hat Struktur. Dieser Artikel beleuchtet diese Erfolgsstruktur und die Rollen von Soft Focus, „Slicing“ und Sternen auf dem Weg zur Erreichung deiner größten Ziele.

Viele Wege führen nach Rom. Es gibt also immer mehrere Möglichkeiten, zu einem gewünschten Ziel zu kommen. Mit Erfolgen verhält es sich ähnlich. Sie sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Jeder Mensch kann Erfolg für sich persönlich definieren und auch den Weg dorthin. Fest steht: Das eine große Ziel ist nie mit einem Riesenschritt erreichbar. Da erzähle ich dir bestimmt nichts Neues. „Slicing“ ist angesagt. Der Begriff wurde aus der Informatik abgeleitet und bedeutet: Päckchen bilden, Unterziele definieren, viele kleine Ziele auf dem Weg zum großen Ziel ausrufen und es (auch) feiern, wenn ein kleines Ziel erreicht ist. Denn das ist die große Kunst, die nur wenige Menschen beherrschen.

Das große Ziel ist immer der Leitstern. Bei jedem kleinen Ziel brauchst du die Klarheit, ob es ein Schritt auf dem Weg zum großen Ziel ist oder ob du schon hier anfängst, dich abzulenken. Es hilft dir, den Fokus zu halten, du bleibst konzentriert, auf das, was im Augenblick wichtig und der sinnvolle nächste Meilenstein ist.

Ziele sind (fast) immer erreichbar

Es gibt keine unrealistischen Ziele. Nur unrealistische Deadlines.  Es gibt keine unrealistischen Ziele. Nur unrealistische Deadlines. Nimm dir deshalb genügend Zeit, um das zu klären. Denke dabei an das Belohnungssystem im Gehirn: Wir alle machen grundsätzlich am liebsten Dinge, die sich unmittelbar gut anfühlen. Zielführender wäre es manchmal, das Schwierige zuerst zu erledigen. Ansonsten tappt man schnell in die Falle des Nicht-Tuns. Ein Ziel ist zu groß? Statt uns auf den Weg zu machen, versuchen wir es gar nicht erst. Wir bleiben stehen. Das große Ziel erscheint uns unerreichbar.

Schritt für Schritt zu wachsen, ist angesagt. Konzentriere dich am besten auf das Wachstum in kleinen Schritten. Was so banal klingt, ist entscheidend für deinen Erfolg. Du solltest diszipliniert einen Fuß vor den anderen setzen, bis du am Ziel bist.

Ein Paradebeispiel dafür ist Steve Jobs: Er hatte die Vision eines Telefons ohne Tasten, mit einem Touchscreen für sämtliche Eingaben, das außerdem auch noch MP3-Player, Kamera, Kalender, Internetbrowser und, und, und sein sollte. Ohne Arbeitsmethoden zur Zielerreichung in kleinen Schritten hätte es Apple wohl kaum geschafft, das iPhone auf den Markt zu bringen. Ein Pionier nicht nur in der Entwicklung technischer Geräte, sondern auch in der Art und Weise, wie sie vorgegangen und am Ziel gearbeitet haben.

Komfortzone verlassen

Die wohl bekannteste Methode des Silicon Valley ist OKR. Die Abkürzung steht für Objectives and Key Results. Die qualitative Seite sind die Objectives, also die (größeren) Ziele, die auf die Frage antworten: Wo wollen wir hin? Key Results sind die quantitative Seite und bezeichnen die einzelnen messbaren Schritte zum Ziel. Berühmt geworden ist OKR als Arbeitsmethode bei Google. Doch sie ist viel älter und wurde schon Mitte der 1970er-Jahre bei Intel eingesetzt.

Dieses Framework schärft das Bewusstsein für die Zielsetzung und Zielerreichung an jedem einzelnen Tag im Business – und hilft, die richtigen Ziele zu definieren, geeignete Unterziele zu finden und sich darauf zu fokussieren. Die größeren Ziele sind immer ambitioniert und dürfen grundsätzlich außerhalb der Komfortzone liegen. Die Zwischenschritte sollten jedoch stets messbar sein. Dabei können sich Anforderungen an Menschen und Produkte immer wieder ändern.

Agilität ist das Zauberwort. Wer gelassen und entspannt bleibt und seine Ziele unverkrampft verfolgt (Stichwort: Soft Focus), dem fällt es auch leicht, agil zu sein und alles, wenn nötig sogar sich selbst, immer wieder anzupassen.

Zeit nehmen, Zeit geben

Ob Ziele zu spezifisch oder unspezifisch sind, zeigt sich oft erst mit der Zeit. Entscheidend ist, dass du als Führungskraft ruhig bleibst und abwartest, statt hektisch auf alle Veränderungen und Entwicklungen zu reagieren.

In Seeheim im Süden von Hessen habe ich Frank Sielaff getroffen. Er war Head of Digital Media in Group Communications bei Merck und ist heute Geschäftsführer von entrusted, einem Beratungsunternehmen für Digitalstrategien. Bei Merck schuf er eine weltweit einheitliche Plattform für die interne digitale Kommunikation und relaunchte obendrein noch die Firmenwebsite. Mammut-Aufgaben, bei denen es viele Hürden zu nehmen gab. Das Projekt zog sich über mehrere Jahre – begleitet von vielen Rückschlägen.

Nur aufgeben und scheitern gab es bei Sielaff niemals. „Das Ziel in meinem Kopf war die einheitliche Kommunikationsplattform. Dieses Ziel war absolut unverrückbar.“ Gut, wenn es nicht ganz so schnell geht, dann Schritt für Schritt.

Rückschläge als Chance begreifen

Wie aber hat er es geschafft, das große Ziel nicht aus dem Auge zu verlieren, konsequent dranzubleiben und es schließlich auch zu erreichen? „In kleinen Schritten“, erklärt Frank Sieflaff. Zunächst fing er bei der Technik an und versuchte dort, das technische Chaos zu strukturieren. „Erst wesentlich später wuchs mein Verständnis für das organisatorische und kommunikative Chaos, das mit dem Fehlen einer technischen Basis Hand in Hand ging.“

Aber: Durch den Fokus auf die Technik gab es nach dem ersten Pitch vor dem damaligen IT-Board nur grünes Licht für eine kleine Lösung. Niemand machte sich stark für den großen Wurf. „Der kleine Schritt, für den ich das Okay bekam, bedeutete dann auch eher anzubauen als umzubauen.“

Es folgte eine Zeit mit einigen Rückschlägen. Dann aber: „Wir haben im Unternehmen schrittweise eine Community für das Projekt aufgebaut. Das Spannende war, dort das Momentum zu halten. Es waren so um die 500 Leute involviert und die mussten wir durchgängig motiviert halten.“ Am Ende hat es geklappt – und bis heute ist der Großteil der Nutzer zufrieden mit der entwickelten Lösung.

Licht am Ende des Tunnels

Was wir daraus lernen? Auch bei Mammut-Aufgaben funktioniert es nur in kleinen Schritten. Wir können nicht erwarten, die Welt sofort zu verändern. Im Gegenteil: An einem großen Ziel arbeiten wir alle hart über einen längeren Zeitraum. Das macht die Zwischenziele, die vielen kleinen Einzelschritte, umso wichtiger. Wenn du diese kennst, siehst du schon am Anfang Licht am Ende des Tunnels. Wenn dir und deinem Team klar ist, was die nächsten Schritte sind, wird auch das Erreichen des Ziels viel einfacher. Schließlich musst du dann nur deinem Plan folgen – Schritt für Schritt. Dann macht es dir auch nichts aus, die unzähligen Erfolge von anderen zu sehen. Denn du weißt längst: Diese Erfolge sind das Resultat von langen Arbeitstagen, vielen Fehlversuchen, Hinfallen und Aufstehen. Das wird allerdings selten bei Erfolgsmeldungen berichtet.

Ausdauer, Disziplin und Hartnäckigkeit

Nimm dir die Zeit und studiere einen dieser „großen Erfolge“. Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich mit den Themen „Wie man große Ziele erreicht“ und „Wie Erfolg funktioniert“. Die Quintessenz? Erfolg ist eine Struktur. Fokussiere dich zuerst darauf, was du willst. Dann richte deine komplette Energie darauf. Jeden Tag. Jeden einzelnen Tag. Bis du es geschafft hast. Das sind die kleinen Schritte zum nächsten großen Ding. Nach dem Weg, wie du dorthin gekommen bist, fragt dann keiner mehr.

Über das Buch

„DO EPIC STUFF! – Führung nach dem Ende des Change-Management“,  erschienen beim Campus Verlag. Fokussierungsexperte René Esteban erklärt zusammen mit Top-Gestaltern der heutigen Unternehmenswelt, wie man gemeinsam große Ziele erreicht. Mehr über das Buch erfahren und direkt bestellen.

Über den Autor

René Esteban ist Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens FocusFirst GmbH. Mit seinem Team unterstützt er Führungskräfte im globalen Konzernumfeld, ihre herausforderndsten Ziele zu erreichen – und gleichzeitig die Unternehmenskultur hin zu mehr Empathie und Menschlichkeit zu entwickeln.

 

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite

FocusFirst GmbH
René Esteban
Founder, CEO

www.focus-first.de