Das Coronavirus hat  nahezu die ganze Welt lahmgelegt. Für viele Menschen wird wahrscheinlich nach der Krise nichts mehr so sein wie es vorher war. Für einige kleinere Unternehmen wird das Virus der Grund der Schließung sein, für größere Unternehmen und Konzerne bedeutet es einen indirekten Neustart.

Menschen, die wochen- oder vielleicht sogar monatelang im Homeoffice gearbeitet haben, dürfen sich wieder an den Büroalltag gewöhnen. Führungskräfte und ihre Mitarbeiter, die für eine gewisse Zeit nur online miteinander kommuniziert haben, stehen sich im Büro dann wieder gegenüber. Das kann herausfordernd sein, braucht Zeit und fordert gute Führungskräfte.

  1. Den Weg aus der Krise bereits jetzt ebnen

Während die Krise unerwartet über uns kam, können wir die Rückkehr zur Normalität bereits jetzt planen – auch wenn wir noch nicht wissen, wann das Ende der Krise tatsächlich erreicht ist. Doch eines steht fest: Noch mehr als sonst wird es darum gehen, Außergewöhnliches zu leisten, also „Epic Stuff“. Dabei wird es die Kernaufgabe sein, die Motivation und den Fokus wiederherzustellen oder sogar auf die nächste Stufe zu heben.  

Die Energie des Anfangs zu erzeugen, ist die erste und wichtigste Aufgabe eines Leaders. Wenn Menschen genauso viel Energie in den Start von etwas Großem legen würden wie sie aufwenden, um Ideen schlecht zu reden, Bedenken anzumelden oder sich über andere zu beschweren, dann wären sie überrascht von sich selbst.

Wer Epic Stuff anstellen will, der darf ebenso an sich selbst glauben wie an das Ziel. Sonst wird es nicht erfolgreich. Sobald du hundertprozentig davon überzeugt bist, dass die Chance da und der Weg zu schaffen ist, dann ist Widerstand kein Problem. Dann ist Widerstand eine weitere Lernerfahrung. Nur sobald deine Überzeugung auch nach außen spürbar ist, kann sie sich auf andere übertragen. Des Weiteren gilt: Keiner ist perfekt – und das ist gut so. Um dich weiterzuentwickeln, setzt du diszipliniert einen Fuß vor den anderen, bis du am Ziel bist.

  1. Setzt gemeinsame Ziele

Als Corona kam, war in vielen Unternehmen gerade die Zeit, die Zielvereinbarungen für das Jahr 2020 festzulegen. Jenes Ziel also, das Mitarbeiter motivieren und dabei helfen soll, sich zu fokussieren. Das sollte dringend nachgeholt werden, falls noch nicht geschehen. Jeder sollte sich bei allen Tätigkeiten immer wieder fragen: Was von dem, womit ich mich heute den ganzen Tag beschäftigt habe, zahlt auf mein großes Ziel ein? Es geht dabei um Fokus, nicht um Effizienzsteigerung. Es geht auch nicht um noch mehr Ziele, sondern es geht um die Qualität eines Ziels.

  1. Mental Coaching für Höchstleistungen

Ziele können einen festen Anker in unsicheren Zeiten bieten: Sobald du dir Ziele setzt, hast du mehr Selbstkontrolle, mehr Möglichkeiten für Selbstbestimmung. Ich kann selbst bestimmen, woran ich denke. Dabei kann ein Mental Coaching helfen, das heute schon überall da eingesetzt wird, wo Höchstleistungen erbracht werden. Eines der wichtigsten Instrumente ist die sogenannte Visualisierung. Bei dieser Technik wird eine zukünftige Situation allein in Gedanken so intensiv erlebt als ob sie bereits real wäre. Es ist, als liefe im Kopf ein Film ab, der das zukünftige Geschehen bereits in allen Facetten zeigt. Das Ziel wird bereits mental vorweggenommen, anschließend ist es für das Gehirn so, als hätte es diese Situation schon einmal erlebt. Kreiere also mit deinem Mitarbeiter eine Vision, die emotional ist und alle Sinneskanäle anspricht.

  1. Besinnt euch zurück auf das Wesentliche

Eine Krise bietet eine gute Gelegenheit, sich auf das eigentliche, große Unternehmensziel zurückzubesinnen. Der Fokus auf ein wichtiges Ziel bedeutet Klarheit, Konzentration und Beharrlichkeit. Fokus erfordert von allen Beteiligten Durchhaltevermögen. Wir dürfen lernen, von der hektischen Betriebsamkeit wegzukommen und herausfinden, wie wir konzentriert und gleichzeitig entspannt große Ziele erreichen. Dazu gehört eine große Portion Mut. Mut mehr „Nein“ zu sagen, um mehr Energie für das eine „Ja“ – das große Ziel – zu haben. Epic Stuff ist nämlich immer auch das Ergebnis von Fokus. 

Ohne Fokus geht es nicht. Wer in einem Unternehmen etwas Großes erreichen möchte, der sollte sich für ein einziges, großes Ziel entscheiden und an diesem konsequent dranbleiben. Wenn die Mitarbeiter wissen, warum sie hier sind, warum es sich lohnt, an einem Ziel zu arbeiten, sind sie motivierter und leistungsfähiger.

  1. Übt euch in Wertschätzung

Das plötzliche Auftreten der Corona-Krise war nicht nur für die Unternehmensführung eine Herausforderung, sondern insbesondere auch für die Mitarbeiter. Geschlossene Kindergärten und Schulen, der Pflegedienst, der nicht mehr kommt, Existenzängste innerhalb der Familie: Es kann sein, dass sich der Fokus einzelner Mitarbeiter mehr ins Private verschoben hat, weil da ein stabil geglaubtes soziales Gerüst in sich zusammenrutscht. Das sollte zunächst anerkannt werden.

Als Führungskraft ist es deine Aufgabe, Mitarbeiter nicht zu ermahnen, dass alle zu wenig fokussiert waren, sondern wertzuschätzen, wann sie es waren. Sprecht im Team offen darüber. Jeder hat während der Zeit im Homeoffice für sich neue Strategien zur Fokussierung gefunden. Es kann sein, dass die gelernten Fertigkeiten alle im Büroalltag effizienter machen. Das Social Distancing kann dazu geführt haben, dass sich die Mitarbeiter nun weniger miteinander verbunden fühlen. Als Führungskraft hilfst du, diese Verbundenheit wieder zu stärken und immer wieder zu betonen, dass ihr ein Team seid, das sich umeinander sorgt.

  1. Sei dir deiner Vorbildfunktion und Verantwortung als Führungskraft mehr denn je bewusst

Nimm dir als Zeit für Gespräche mit jedem einzelnen Mitarbeiter. Geh auf deren Ängste und Sorgen ein und gib ihnen die Möglichkeit, Bedenken zu äußern und Ideen einzubringen. 

Gleichzeitig ist es wichtig, dass du den Mitarbeitern positives Denken demonstrierst, ihnen Halt gibst und zeigst, dass es oft ein guter Weg sein kann, einfach mal zu machen und Dinge auszuprobieren. Eine Krise ist immer auch eine Chance. Vielleicht ist sie sogar die größte Chance, die es bisher gab, um Dinge anders zu machen. Die Krise kann möglicherweise der Startschuss dafür sein, Gewohnheiten und Routinen zu überdenken oder starre Systeme zu durchbrechen und Entscheidungen zu beschleunigen. Sie sorgt für Innovationen, die auch nach der Krise aufrechterhalten werden können.

  1. Refokussierung der Unternehmensführung

Das gleiche gilt auch für die Unternehmensführung: Was kann sie aus der Krise lernen? Was ist überraschend gut gelaufen, worauf wollen wir besser vorbereitet sein, welche Schwachstellen sind zutage getreten? Mach dir eine Checkliste und ordne dieses Erlebte und Erfahrene ein.

Während wir uns noch in der Krise befinden, sollte nun die Zeit gut genutzt werden, daraus Maßnahmen abzuleiten, die die Krise überdauern. Viele Konzerne waren gezwungen, von jetzt auf gleich auf mobiles Arbeiten umzustellen, ihre IT-Infrastruktur auszubauen, damit weiterhin alle Mitarbeiter gleichzeitig von außen auf sie zugreifen können. Das sind Beispiele, die zeigen, wie flexibel und schnell scheinbar behäbig große Schiffe durch die Krise navigiert werden können. Daran gilt es, sich zu erinnern, und daran gilt es, auch in der Zukunft festzuhalten. Bleibt gesund und fokussiert.

Über das Buch

„DO EPIC STUFF! – Führung nach dem Ende des Change-Management“,  erschienen beim Campus Verlag. Fokussierungsexperte René Esteban erklärt zusammen mit Top-Gestaltern der heutigen Unternehmenswelt, wie man gemeinsam große Ziele erreicht. Mehr über das Buch erfahren und direkt bestellen.

Über den Autor

René Esteban ist Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens FocusFirst GmbH. Mit seinem Team unterstützt er Führungskräfte im globalen Konzernumfeld, ihre herausforderndsten Ziele zu erreichen – und gleichzeitig die Unternehmenskultur hin zu mehr Empathie und Menschlichkeit zu entwickeln.

 

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René Esteban
Founder, CEO

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